HAPPY BELATED VALENTINESDAY

Die vielen geschenkten Rosen sind verwelkt, die Floristen legen ihre Hände in warmpflegendes Wasser ein und lagern die Füsse hoch. Was bleibt sind Erinnerungen an Überraschungen, leckeren Essen oder einem Abend nicht zu zweit. Genau richtig gelesen NICHT zu zweit.

Ein toller, aber wohl einer meiner bisher herausforderndsten Stylingaufträge füllte die vergangenen Abenden mit Moodboard erstellen, Recherchieren, Organisieren und all meine Kontakte abzuklappern. So auch am Valentinstag-Abend.

Weiter nicht schlimm. Mäni und ich versuchen mit kleinen Anekdöteli das Jahr hindurch immer wieder ein bisschen Valentinstag zu feiern. Und statt, dass sich bei uns zu Hause eine vertrocknete Rose zu trösten versucht, bin ich mit meinen Gedanken beim Sein - dem Zusammen-SEIN. So als Mann und Frau meine ich und eben seit zweieinhalb Jahren auch als Mami und Daddy.

Ich denke mit Kiddos ist das Auseinanderleben eine Gefahr schlechthin. Weil man manchmal einfach zu müde und zu froh darüber ist, wenn die Kiddos schlafen und sich auch hinlegen sollte, oder sich den Dingen widmen will, die sonst zu kurz kommen, oder all die Whats-up Nachrichten endlich zu beantworten, oder einmal wieder zu pinteresten oder auszugehen und vielleicht einfach auch mal Nichts zu tun.

Seit einiger Zeit spukt in meinem Kopf ein Bild herum, an das ich in letzter Zeit oft denken muss. Ich sehe eine Uhr. Genau genommen das Innenleben einer Uhr. Da drehen drei Räder, die da heissen Körper, Geist und Seele.

Zahnrad für Zahnrad drehen sie. Alle im selben Takt. Ticktack, Ticktack. Die Zahnräder, die da drehen stellen eine Beziehung dar. Ich finde Beziehungen zu guttuenden Menschen wichtig und nebst dem Glauben an Gott und der Familie in meinem Leben wohl das Wichtigste. Ohne meine wichtigen Beziehungen bin ich leer und alleine. So auch die Beziehung zu Mäni. Mein sehnlichster Wunsch mit 14 Jahren war es, dass wenn da ein Mann in mein Leben kommt, es DERJENIGE sein sollte. Mit 17 kam er und blieb :).



Das Bleiben und Zusammensein fordert uns aber jeden Tag aufs Neue hinaus und auch damit, dass Nichts beginnt dahinzuplätschern und droht zu versickern.

Das Uhrenbild zeigt mir das Zusammenspiel zwischen Körper, Geist und Seele und wie wichtig es ist jedes dieser drei Räder zu hegen und zu pflegen und am Laufen zu halten.

Das Körper-Rad... (es gibt jetzt hier keine intimen Nähkästchen-Auskünfte) ich meine aber 
sich zur Tugend zu machen: Vergnügen kommt vor der Arbeit ;). Und das Rad dreht, weil es zufrieden ist. Weil der Körper mit Geist und Seele im Einklang ist.

Das Geist-Rad... stellt für mich die Frage des Wie's und Was' dar. Wie gehen wir miteinander um? Was teilen wir miteinander? Was tut wem gut? Was bleibt jedem das seine? Und das Rad dreht, weil es zufrieden ist. Weil der Geist mit Körper und Seele im Einklang ist.

Das Seelen-Rad... ist für mich unter anderem das Geben von Verständnis. Das Rad dreht, weil es zufrieden ist. Weil die Seele mit Körper mit Geist im Einklang ist.

Es bereichert (ok, manchmal eher herausfordert) mich immer wieder, wenn ich versuche mich in mein Gegenüber zu versetzen. Ich bin dankbar, können wir uns die Kinderbetreuung teilen (ok, nicht ganz zu gleichen Teilen), so versteht Mäni mich und ich Mäni.

Kürzlich kam ich nach der Arbeit nach Hause und ich wollte nur noch Essen, weil ich so hungrig war. Mäni hatte gekocht, der Tisch war gedeckt und den Kiddos mussten nur noch die Lätzchen um die Hälsli gebunden werden und ich bemerkte, wie schön es ist nach Hause zu kommen und mich hinzusetzen und zu essen. Das ermahnte und motivierte mich und ich versuche (ich versuche!) nun auch pünktlich ein feines z'Nacht auf den Tisch zu bringen. 

Oder Mäni, der auf die Kiddos aufpasst und mir sagt: «hei, heute war der Tag mit den Kiddos anstrengender als wenn ich zur Arbeit gehe». Es ist das Verständnis, das uns so ermöglicht in die Welt des andern einzutauchen und weitet die Sicht aufs Gegenüber.

Es ist aber auch die Zeit, die wir miteinander verbringen, welche zur Zeit eben weniger ist. Ich habe kein Rezept wie eine Beziehung möglichst gut ist, aber wir haben bemerkt, wie wichtig es ist unsere Kommunikationsform entsprechend anzupassen. Ausgiebige Kerzenschein-Gespräche finden zwischen Windelnwechseln und Wäsche zusammenlegen statt. Und ich habe mir vorgenommen keine Nörgel-Frau zu werden. Denn wer nörgelt, sörgelt und so kann ichs ja sagen. Deshalb «daten» wir uns wieder (klingt das nicht toll?!). Das heisst wir planen regelmässig Eheabende ein, an denen wir Zeit zu zweit verbringen. Das folgende Buch (ein super Geschenk übrigens) liefert lustig und doch tiefsinnigen Unterhaltungsstoff :).


Das Buch kannst du dir gleich hier bestellen. 

Seit ich Mami bin und in so viele verschiedene Rollen schlüpfen muss, lerne ich Tag für Tag weniger perfekt zu sein. Und das ist gut so und ohja, es gibt soviel Freiheit! So muss ich zum letzten Blog-Post eine Ergänzung bringen, weil ich sonst nicht ehrlich wäre. Es war letzte Woche an einem der mir zurzeit scheinbar unzählig vorkommenden Grautage. Ein Grautag, der aber danach verlangte, dass wir alle nach draussen an die frische Luft kamen. Vollbepackt mit Pflotschi-Schuhe (immerhin von Sorel, gell) und Kinder-Schneeschnaufel (blöder Schnee, wo bist du?!) und Kinder-Kinderbuggy-Wägeli (es musste ums verrecken mit), begaben wir uns in die a***ige Eisenskälte - ok, ich in meinen lumpigen an den Knien schon ausgebeulten Leggings, welche mit z'Vieri-Brei verschmiert waren - und natürlich sah ich unterwegs eine liebe ehemalige Klassenkameradin im Mäntelchen und chic, weil gerade von der Arbeit. Autsch!

Ja ok, in diesem Moment hätte ich mir gerne die Freiheit genommen doch noch mal in den Spiegel zu schauen bevor ich das Haus verlasse. Aber so ist das Leben. Es bringt Überraschungen, hin und wieder leckere Essen mit Kerzenschein-Gesprächen oder gar einem Abend zu zweit.

HAPPY BELATED VALENTINES DAY! 

PS: Danke du lieber Passant fürs Knipsen der Fotos :)



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