KARL UND DIE FREIHEIT

Nein, Karl ist kein Kerl. Aber Karl kann auch kochen - und wie! «Karl kocht» ist ein neues In-Ess-Lokal in Bern, welches du dir unbedingt auf die Restaurant-Bucket-List setzen solltest.

Karl kocht(e) vergangenen Samstag für mich und meine Freundin und natürlich auch für all die anderen Gäste, die den Karl füllten. Ich kann dir sagen, seit die Kiddos in mein Leben getreten sind, ist auswärts essen gehen ein Genuss, den ich mehr geniesse und schätze als je zuvor. Auswärts essen gehen bedeutet heute für mich ein Stück Freiheit.

Die Freiheit nicht etliche Male vom Tisch aufstehen zu müssen, die Freiheit sich in Ruhe zu unterhalten, die Freiheit nicht unter den Tisch zu kriechen, die Freiheit einem Reissaus-Lou nicht hinterher zuspringen, auf die Gefahr hin, dass die Pasta mit Tomatensauce bis ins Wohnzimmer verstrichen wird, die Freiheit das Essen warm zu geniessen, die Freiheit nicht in Hektik zu sein, die Freiheit das Essen zu essen und zu geniessen.


Bildquelle: Karl kocht

Es war für mich somit die pure Freiheit dort auf diesem schwarzen Bankpolster zu sitzen und mein Essen zu geniessen. Aber da war noch mehr.

Die Stimmung, das Gelächter, das Volk rund um mich, die Musik im Hintergrund, der Vorhang am Eingang, der versuchte die Rauchschwaden von draussen zurückzuhalten, und der sich hin und wieder öffnete und genussfreudige Menschen einliess mit im Schlepptau eben ein Hauch Rauch. Es war das Licht, der Kerzenschein, der an den Wänden flackerte, als würde er tanzen. Es war das Essen, der Wein, die Menschen, die Blicke, ein Samstagabend zu zweit mit meiner Freundin. Ein Genuss!

 

 

Von aussen vermutet ein kurzer Einblick in den Karl eher eine Bar, weil so stylish. So erging es mir vergangenen Herbst, als ich bestückt mit Kinderwagen daran vorbeizog und einen Blick rein erhaschte. Da wusste ich, yesss i-put-it-sowas-von-on-my-bucket-list, aber ohne Kiddos.


Bildquelle: Karl kocht

«Karl kocht» ist ein seit September vergangenen Jahres frischfröhlich eröffnetes Essensgenuss-Restaurant in Bern. In der schönen Altstadt genau genommen mittig der Kramgasse. Und ja der Karl verspricht von aussen nicht nur viel, sondern hält sein Versprechen mit seiner Qualität. Stilvolles Design, das mit viel Fingerspitzengefühl ausgewählt wurde, ein Konzept das Essen IM Karl und zum mitnehmen VOM Karl ermöglicht. Denn Karl ist auch Traiteur und bietet frische und regionale Produkte wie vom Markt zum mitnehmen an und bietet somit die Freiheit Genuss mit nach Hause zu nehmen.



Bildquelle: Karl kocht

Ich bestellte mir das TOMATEN-HUMUS (Kichererbsen, Ofentomaten, Extra Vergine Olivenöl, Oliven, Focaccia) und es hat es mir besonders angetan, so sehr, dass ich oft danach dürste und gelüste. Aber da ich nicht jede Woche wieder im Karl einkehren kann und mir einen feinen Teller Humus vom überaus sympathischen Super-Service servieren lassen kann und der Karl leider doch nicht bei mir um die Ecke ist, wurde ich mit einer netten Humus-Alternative im Migi fündig.

Hinzukommt, dass ich es versäumt habe ein Foto zu knipsen, als das edle Teller serviert wurde. So hab ich mich mit Hilfe vom Migi selbst daran versucht.

Ok, die Farbe des Nature-Humus' erinnerte mich dann doch an Ilay's täglich Brei. So pimpte ich beim «Nachkochen» zu Hause den Humus' mit getrockneten Tomaten, welche ich darunter mixte, auf. Tataaaa und so sah das Ganze in etwa serviert aus... 


Mmmmhhhh!!! Ok, das Focaccia fällt bei meiner Variante etwas mager aus :).

Ich musste Schmunzeln. An diesem Abend sass vis-à-vis von mir ein Mami mit ihrem schlafenden Baby auf dem Arm und um den Tisch ihre Freunde. Ich finde sie hat es genau richtig gemacht und sich die Freiheit genommen es zu geniessen - mit Baby (und solange das noch geht :). 

Ich finde ab und an auswärts Essen zu gehen oder sich sonstige Freiheiten heraus zunehmen, inspiriert nicht nur, sondern gibt die neu gewonnene Freiheit zurück. Indem ich es mit Gelassenheit, Ruhe und vor allem mit Humor nehme und die oben beschriebenen «Freiheitsentzüge» im Alltag mit den Kiddos gelassener wegstecken kann und so die kleinen feinen Freiheiten, gross geniessen kann.

So fuhr ich glücklich mit dem Auto heimwärts - in meinem Tempo - mit meiner Musik - und gaaaanz laut!



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